Sind wir bereit für die Reise zurück?


Die Auswirkungen der Rezession im Jahr 2009 waren sehr unterschiedlich in der gesamten Wirtschaft. Der Höhepunkt der Rezession traf vor allem das Baugewerbe und die Industrie. Viele Menschen haben den weit verbreiteten Lohnstopp erlebt. Im Gegensatz zu dieser ständig wachsenden Norm, haben Arbeitnehmer in Branchen wie Energie-, Lebensmittel-Einzelhandel und Pharma, weiterhin Lohnerhöhungen erhalten – ebenso, merkwürdigerweise, der Finanzsektor. Um das Arbeitsplatzüberleben zu sichern wird berichtet, dass ein Drittel des privaten Sektors diese Lohnstopps durchsetzten, mit rund zwei Drittel der Unternehmen die nur geringfügige Erhöhungnen vergaben, wobei dem Großteil in der 2 bis 3 Prozent Bereich. Im Allgemeinen ist es leicht zu schlussfolgern, dass Lohnerhöhungen nur zu einem Minimum stattfanden. Wie schätzen Menschen also 2010 ein?

5 rezessionsgeleitete Änderungen.

1. Zahlungsmaßstäbe setzen. Diese Methode wird kurzfristigen dazu beitragen, ein Standard-Gehaltsmarkt Trend quer durch alle Disziplinen zu stabilisieren. Manche Lohnstopps im vergangenen Jahr wurden als Entscheidungsverschiebung interpretiert, während andere Notfall-Reaktionen auf eine kritische Einbruch der Nachfrage waren. Manchmal waren die Gedankenspuren: “Wir werden Gespräche fortsetzen, wenn die Marktbedingungen sich verbessert haben”.

2. Boni sind wieder im Kommen. Riesige Boni kommen wieder zurück, vor allem im Bankensektor. Anderswo konnten Boni sich auch im Fertigungs-Sektor wiederfinden, aber nicht so viel Glück hatte der Einzelhandelsbereich. Die Ansicht, dass Boni als Variable angesehen werden, wurde nun in den Hintergrund geschoben, da immer mehr Menschen nach garantierten Zahlungspaketen streben.

3. Karriere-Entwicklung. Als Thema welches von Unternehmen vernachlässigt worden war da die Strukturierungspläne nach wie vor ungewiss sind. Es ist jedoch zu erwarten, dass sich diese Auffassung im Jahr 2010 radikal verändert, um zu vermeiden dass sich derartige “Hochpotenziale” eine Beschäftigung und Karriereentwicklungen anderswo suchen.

4. Arbeitsverhältnisse. Bisher haben sich die deutschen Beschäftigungsquoten während der gesamten wirtschaftlichen Abschwungsphase aufrechterhalten. Die negativen Prognosen, dass die Arbeitslosigkeit um weitere 3 Millionen bis Februar steigen würde, trat nicht ein. Aber wurde es nicht in Wirklichkeit von Personalmanagern, Betriebsräten und Gewerkschaftsvertretern in zähen Verhandlungen erreicht Arbeitsplätze zu retten, Lohnstopps einzuleiten und durch die Verwendung von Zeitarbeitern die Fähigkeiten beizubehalten? Bedeutet dies, dass das Fundament der Erhohlung auf festerer Arbeitnehmer-Beziehung errichtet werden kann? Das letzte Wort ist noch nicht gesprochen…

5. Talent. Totales Lohn und Talent-Management hat vielleicht einen Schlag im Wirtschaftsrückgang erhalten, die Einstellungsstopps und Kündigungen als dominierende Themen gezeigt haben. Eine Kultur des Rückzugs scheint sich durchgesetzt zu haben. Nach einer Phase der Instabilität im deutschen Personalstellenmarkt haben die letzten Wochen gezeigt, dass sich eine Steigerung abzeichnet.

Ein Großteil von 2009 wurde durch eine anhaltende Flaute in der Personalverstärkung gekennzeichnet. Das Beschäftigungsvolumen erreichte seinen niedrigsten Stand Mitte Juni 2009 mit einer 85% igen Abnahme der HR-Arbeitsplätze im Vergleich zu 2008. Mitte September bis Mitte Dezember signalisierte den tiefsten Punkt, als sich die Positionen für Einstellung nur an unwahrscheinlich, spezifische Fachbereiche richtete, wie Bildungs- und Entwicklungpositionen,Ausbürgerungspositionen und “Compensation & Benefit”-jobs. Es standen sehr wenige Positionen für Multitalente und Generalisten zur Verfügung.

Allerdings war in den letzten Wochen eine deutliche Steigerung zu sehen. Es gab eine unglaubliche Sprungkraft nach oben. Dem HR-Team von Antal International zufolge arbeitet das Personalteam jetzt an mehr Human Resources Positionen als je zuvor seit der Erklärung der Rezession im Jahr 2008. Und, noch wichtiger ist, dass die Vielfalt der einstellenden Unternehmen ein starkes Indiz dafür ist, dass sich der Markt nicht mehr in einer Abwärtsspirale befindet.

Gespräche mit Kunden zeigen, dass die Abteilungen jetzt so knapp sind, dass sogar eine kleine Steigerung der Geschäftstätigkeit eine erhöhte HR Mitarbeiterzahl nötig macht, mit einem HR Director der eingesteht dass sein Team so sehr gedehnt sei, dass er der Backup für bis zu 2008 Belegschaftsebenen sein könnte ab dem Frühjahr 2010.

Ein weiterer positiver Punkt ist, dass die Gehälter, für Positionen die zum Markt hinzukamen, wettbewerbsfähig geblieben sind.Trotzdem, Bewerber die bisher €95.000 verdienten sind jetzt bereit auf Position an der €85.000-Marke zu suchen, um auf den Arbeitsmarkt zurückzukehren. Die Arbeitssuchenden sind realistisch genug zu wissen, dass, während in guten Zeiten ihr Gehalt von € 60.000 auf € 70.000 gestiegen ist, sich der Markt neu ausgerichtet hat und sie bereit sind dasselbe zu tun.

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